DER AUSGANGSPUNKT: 
HELENE LANGE

Helene Lange wurde am 9. April 1848 in Oldenburg als Tochter einer Kaufmannsfamilie geboren.
Sie gilt als eine der wichtigsten deutschen Wegbereiterinnen der Mädchen- und Frauenbildung.
Während ihrer Jungendzeit war ihr der Zugang zu höherer Bildung nicht gestattet,
so dass sie sich zunächst einem Selbststudium der Philosophie, Literatur- und Religionsgeschichte,
Geschichtswissenschaft und der alten Sprachen widmete und als Hauslehrerin tätig wurde.

Nach Vollendung des 21. Lebensjahres begann sie schließlich eine Lehrerinnenausbildung
in Berlin und wurde 1872 selbst Leiterin eines Lehrerinnenseminars. Sie gründete die
ersten "Realkurse" und bald darauf "Gymnasialkurse" für Mädchen, die auch die bis dahin den
Jungen vorbehaltenen Fächer Latein, Mathematik, Naturwissenschaften und Volkswirtschaft
umfassten. Im Jahr 1896 führte sie die ersten sechs Mädchen in Preußen zum Abitur,
also zur Reifeprüfung für die Universität.
Nebenbei engagierte sie sich auch politisch für Gleichberechtigung im Kontext der
bürgerlichen Frauenbewegung und wurde 1919, nach der Erlangung des Frauenwahlrechts
in der Weimarer Republik, in die Hamburger Bürgerschaft gewählt.

1923 erhielt sie die Ehrendoktorwürde für
Staatswissenschaften der Universität Tübingen,
1928 wurde sie zur Ehrenbürgerin der Stadt Oldenburg ernannt.
Helene Lange starb am 13. Mai 1930 in Berlin und hinterließ
ein umfangreiches schriftliches Werk.

Helene Lange steht für bahnbrechende strukturelle Veränderungen
im deutschen Bildungswesen. Ihr engagiertes pädagogisches und
politisches Wirken ebnete nachhaltig den Weg für die Weiterent-
wicklung von Frauenkarrieren in der Wissenschaft